Was tun, wenn klassische Energiequellen für die Realisierung eines thermischen Wärmenetzes nicht in genügendem Umfang zur Verfügung stehen? Erdwärmesondenfelder liefern nachhaltige Energie, benötigen normalerweise aber eine grosse Fläche, was in dicht bebauten Gebieten eine Herausforderung darstellt.
Im Rahmen eines Forschungsprojektes mit der Ostschweizer Fachhochschule (OST), dem Institut für Solartechnik (SPF) und der Baudirektion des Kantons Zürich untersuchen wir eine nachhaltige Lösung für Gemeinden mit begrenzten Flächen- und Energieressourcen.
Unser Lösungsansatz: Überschüssige Sommerwärme aus einer Kehrichtverbrennungsanlage wird im Boden gespeichert. Unter einem Kunstrasen-Fussballfeld entsteht ein geothermischer Speicher, der auf bis 70 °C erwärmt wird. Im Winter dient er als Energiequelle für eine Grosswärmepumpe. Für Spitzenlasten wird Biogas genutzt, um eine vollständig erneuerbare Wärmeversorgung sicherzustellen. Wenn die Aussentemperatur warm genug ist, entlastet ein Luft-Rückkühler das Erdsondenfeld.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Durch einen 70 °C Bodenspeicher wird 3x weniger Fläche benötigt
- Erdreich und Luft als Wärmequelle reduziert den Anteil an Biogas von 35% auf 12%
- Mit nur 192 Sonden kann 60% des Winterwärmebedarfs gedeckt werden. Für diese Anzahl Sonden wird die Fläche eines Fussballfeldes benötigt
Ein innovativer Ansatz, der Forschung und Praxis verbindet – und ein möglicher Weg, thermische Netze auch in urbanen Räumen wirtschaftlich und nachhaltig umzusetzen.
Die Ergebnisse des Forschungsprojektes fliessen in die Projektierung des Energieverbundes SaisonLink ein.