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Die erste Wasserversorgung
in Wallisellen

«Wie war das eigentlich früher?» ...

… ist eine bisweilen gern gestellte Frage. Die Ursprünge von die werke reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Klar, dass es da Vieles zu berichten gäbe, das allerdings den Rahmen unserer Website leicht sprengen könnte. Trotzdem möchten wir den Interessierten an dieser Stelle einen kurzen Einblick in die Entwicklung unseres Unternehmens geben.


Wasser

Begonnen hat die Geschichte mit dem Thema Wasser. Wussten Sie zum Beispiel, dass früher die Beschaffung des nötigen Trink- und Brauchwassers jedem einzelnen Hausbesitzer oblag? Und nicht immer waren die Einrichtungen für die Gewinnung von Trinkwasser genügend sauber und der Gesundheit förderlich. So mahnte der Rat in einem Dokument von 1809 die Vernachlässigung von Brunnen an und dass diese einen Einfluss auf die Gesundheit der Einwohner und des Viehs habe.

Für den Unterhalt der ersten Gemeindebrunnen hatte dann die Gemeinde aufzukommen. Erste Schriften dazu tauchen bereits im Jahr 1777 auf. Im Jahr 1895 wurden dann in Rieden und in den Jahren 1896/97 in Wallisellen die ersten zentralen Wasserversorgungen erstellt. Das Wasser wurde nun auch erstmals mit Pumpen in Reservoirs geleitet. Die gesamte Länge der öffentlichen Leitungen betrug bei der Erstellung in Wallisellen 1'400 m und in Rieden 1'750 m. Zum Vergleich: Heute beträgt die Länge des Walliseller Wasserleitungsnetzes knapp 62 km (Stand: 2009).

Aufgrund des Bevölkerungswachstums stieg in den kommenden Jahren auch der Wasserbedarf und die Gemeinde musste sich überlegen, wie sie diesen decken konnte. Probebohrungen und Wasserlieferverträge mit der Gemeinde Opfikon und der Stadt Zürich zeugen von dieser Wassersuche. Eine wichtige Wegmarke war die Entwicklung der Gruppenwasserversorgung Lattenbuck 1948/1954, welche die Versorgung in den Gemeinden Dietlikon und Wallisellen sicherstellte und die Abhängigkeit vom Wasser der Stadt Zürich abbaute. Es folgten 1966 die Gruppenwasserversorgung Vororte und Glattal (Furttal, Kloten, Gross-Lattenbuck, Oberes Glattal), der die Gruppe Gross-Lattenbuck angehörte mit neu den Gemeinden Illnau und Wangen. 1971 folgte eine zusätzliche Erweiterung: Der Zweckverband umfasste nun auch noch die Gemeinden Rikon, Effretikon, Tagelswangen und Nürensdorf.

Die Wasserversorgung in Wallisellen musste sich über die Jahrhunderte und Jahrzehnte hinweg ständig den Bedürfnissen der Bewohner anpassen. Betrug die Wasserlieferung für Haushalt, Gewerbe und Industrie im Jahre 1930 104'259 m3 so waren es 1950 bereits 304'092 m3. Im Jahre 2009 betrug der Wasserverbrauch in Wallisellen 1'328'000 m3. Bemerkenswert ist dabei sicher, dass die Qualität des Walliseller Trinkwassers den Vergleich mit den bekannten Schweizer Mineralwassern nicht zu scheuen braucht!


Elektrizität

An der Landesausstellung 1893 in Zürich waren die ersten elektrischen Lampen zu bestaunen. Zu dieser Zeit wurde in Walliselllen die damals spärliche Strassenbeleuchtung mit Gas und Öl betrieben. Für den Unterhalt war ein besoldeter Gemeinde-Laternenbesorger verantwortlich. 1903 aber erfolgt die Gründung des Unternehmens «Elektrizitätswerk der Gemeinde Wallisellen». Gleichen Jahres wurde die erste Hochspannungsleitung für die Glatttalgemeinden erstellt – von Seebach über Wallisellen, Dübendorf, Uster nach Grüningen. Der erste Liefervertrag wurde mit der Firma «Motor» abgeschlossen. Der Bau des gemeindeeigenen Verteilnetzes begann. Es folgte die Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf elektrische Strassenlaternen mit rund 45 ersten Lampenstellen.

Bei Gewerbe und Einwohnerschaft herrschte allerdings einige Jahre Zurückhaltung und man investierte lieber in andere Lichttechnologien wie Azetylengas-Beleuchtungen oder Petrolpressgasanlagen. Doch der Siegeszug des elektrischen Stroms war nicht aufzuhalten. Nach und nach begann in Betrieben und Haushalten das Zeitalter der Glühbirne. Augenfällig wurden zudem die Vorteile des Elektromotors gegenüber dem Petrolmotor oder der Dampfmaschine. Das Geschäft mit der Elektrizität begann langsam zu blühen. Der bisher angewendete Pauschaltarif wurde der Entwicklung nicht mehr gerecht, so führte man den Stromzähler ein.

Interessant an dieser Stelle auch einmal eine kleine Stromstatistik von Wallisellen aus dem Jahre 1910:

Kohlefadelampen 
Metallfadenlampen 
Bügeleisen 
Motoren
1'227 Stk. 670 Stk. 82 Stk 22 Stk. 144 PS

Das Wachstum der Gemeinde führte dazu, dass immer neue Transformatorenstationen gebaut werden mussten. Infolge der Brennstoffknappheit im Ersten Weltkrieg war elektrische Energie zunehmend für Heizzwecke eingesetzt worden. Die Nahrungsmittelknappheit führte zum Bespiel dazu, dass in beiden Weltkriegen durch die Gemeinde grosse elektrische Dörranlagen für die Trockenkonservierung von Obst und Gemüse erstellt und betrieben wurden. 1928 wurde ein erster Betriebsleiter für die Gemeindewerke gesucht und eingestellt, das Personal wurde ausgebaut. Ab den 1930er Jahren wurden wichtige Strassenkreuzungen und Bahnübergänge die ganze Nacht über beleuchtet. Neue industrielle Bauten und das Bevölkerungswachstum führten in der Folge zu einem ständigen Ausbau der elektrischen Versorgung in Rieden und Wallisellen. In den 1970er Jahren wurde Strom, im Umfeld der ersten Kernkraftwerkbauten, verstärkt wieder als Heizenergie (Speicherenergie, Elektroboiler) eingesetzt. Ein Trend, der sich schon bald wieder stark abschwächte. Heute betreiben und unterhalten die werke ein Hochspannungsnetz (16 kV) von rund 32 km und ein Niederpannungsnetz (400/230 V) von gut 356 km und versorgen rund 9'000 Kunden. Die ersten 45 Strassenlampen haben sich im Jahre 2009 zu rund 2'300 Lampenstellen vermehrt.


Erdgas

Ende 1914 beschloss die Gemeindeversammlung, die Mittel für den Bau eines öffentlichen Gasversorgungsnetzes zu bewilligen. Bereits ein Jahr später konnte das gesamte Netz dem Betrieb übergeben werden. 7,8 Kilometer lang war es. Ein weiteres Jahr später, als Rieden sich mit Wallisellen vereinigte, erfuhr das neue Gasnetz bereits einen ersten Ausbau.
Der Verbrauch wurde Ende 1916 mit 159'970 m3 beziffert. Zum Vergleich der Verbrauch im Jahr 2009: 536 GWh.

Als Verbrauchsstellen waren damals vor allem Küchen- und Badeöfen zu verzeichnen. Rasch begannen sich auch Industrie und Gewerbe für Gas zu interessieren. Die Gemeinde Wallisellen, als Erbauerin und Besitzerin des Netzes, galt beim Lieferanten, dem Gaswerk Zürich, von Anbeginn an als Grossabonnentin und hatte deshalb einen besseren Preis als andere Gemeinden, in welchen das Städtische Werk die Leitungen auf eigene Kosten erstellen musste. Der erste Weltkrieg sorgte für Energieknappheit. Der Mangel an Kohle liess die Gasproduktion sinken, die Preise stiegen und Gas wurde rationiert. Das selbe Szenario wiederholte sich im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Weltkrieg wurde der Ausbau des Walliseller Gasnetzes kontinuierlich weiterbetrieben.

1972 erfolgte die Umstellung vom bisherigen Stadtgas auf das ökologisch und ökonomisch attraktivere Erdgas. Gleichzeitig wurde eine umfassende Sanierung der Gasleitungen in Angriff genommen. Verschiedene Grossbezüger in Wallisellen entschieden sich in der Folge für Erdgas. 1984 und 1985 folgte ein weiterer Ausbauschritt, indem die Gemeinden Dietlikon und Brüttisellen ans Walliseller Erdgasnetz angeschlossen wurden. 2008 erfolgte die Ausdehnung des Versorgungsgebietes auf Wangen. Heute versorgen die werke nahezu 2000 (Stand: 2010) Kunden in Wallisellen, Dietlikon, Brüttisellen und Wangen mit Erdgas.


Das "Gashüsli" an der Industriestrasse, wo Wallisellen an die überregionale Leitung angeschlossen ist.