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Kolumne vom Oktober 2008

Ein bisschen mehr Igel sein

Fledermäuse sind bekannt dafür, von Igeln weiss man es, Murmeltiere machen mit, Hamster, Eichhörnchen und Braunbären auch: Sie fallen in die Winterruhe oder gar in den Winterschlaf. Dabei leben Sie vom Fettspeicher und reduzieren ihren Energiebedarf massiv. Nicht so der Mensch! Fallen draussen die Temperaturen, steigt sein Energiekonsum drastisch.

Das beginnt bereits beim Essen: Wir schwingen wieder die Fonduegabeln und nehmen öfters warme Mahlzeiten und bodenständige Kost zu uns. Doch nicht nur unserem Körper, sondern auch unserer Umgebung führen wir mehr Energie zu, damit wir uns wohl fühlen: Heizungen sorgen für angenehme Innentemperaturen, die Beleuchtung gleicht das frühe Dunkelwerden aus, die Geräte der Unterhaltungselektronik ersetzen einen Abend im Freien. Es überrascht daher nicht, dass die Statistiken im Winterhalbjahr um die 17% mehr Energieverbrauch für Haushalte ausweisen.

Da macht es sich bezahlt, sich ein Vorbild an den winterschlafenden Säugern zu nehmen – und zwar nicht in Bezug aufs Einrollen und Durchschlafen, sondern was die Drosselung des Energieverbrauchs im Winter betrifft. Legen Sie einen «Energietag» ein und regeln Sie auf einfache Weise entscheidende Dinge mit Spargarantie.

Den grössten Hebel bietet die Raumwärme. Diese hat mit 70% den Löwenanteil in der Energieverbrauchsstatistik Schweizer Haushalte inne. Grundsatzentscheide für das richtige Heizsystem fällt man nicht alle Tage, doch es gibt Sofortmassnahmen: Stellen Sie die Heizung auf den persönlichen Tag-/Nachtrhythmus ein und halten Sie die Raumwärme nur so hoch wie nötig. Jedes Grad weniger spart ungefähr sechs Prozent Heizenergie. Wenn Sie schon im Keller sind: Begrenzen Sie auch gleich das Warmwasser auf 60°C und befreien Sie den Raum von Staub – das verhindert die Beeinträchtigung der Brennerleistung der Heizung. Gluckern die Heizkörper? Dann ist es höchste Zeit, diese über das Ventil zu entlüften. Vielleicht rufen Sie auch noch Ihren Servicefachmann an, denn die regelmässige Kontrolle Ihrer Heizung ist wichtig zur Verhinderung von Mehrkosten infolge falscher Einstellungen und zur Verlängerung der Lebensdauer Ihrer Anlage.

Weniger heizen sollte übrigens auch Ihre Beleuchtung. Ersetzen Sie die verschwenderischen Glühlampen mit Energiesparlampen. Erinnern Sie die Mitglieder Ihres Haushaltes an die Wichtigkeit des Lichtlöschens. Es ist bei weitem kein alter Zopf, dass sich dies auszahlt.

Und mit dem Zopf auch gleich noch ein Wort zu Küche und Herd. Reinigen Sie Letzteren gründlich und regelmässig, damit er weiterhin effizient arbeitet. Das gilt auch für den Kühlschrank. Haushaltshelfer wie Kaffeemaschine, oder Wasserkocher sollten öfters entkalkt werden.

Ein anstrengender Tag bis jetzt, doch eine Sache sollten Sie noch auf sich nehmen: Begeben Sie sich unter und hinter alle Möbel, bei denen Sie Stromkabel verbergen und schliessen Sie Ihre Geräte wie Computer, Stehlampe, Fernseher oder Stereoanlage an Ausschalthilfen wie Steckerleisten, Schaltermäuse, Standbykiller oder Ecoman an. So vermeiden Sie bequem die teuren Stand-by-Verluste.