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Kolumne vom August 2007
Auf Energie bauenKaum zu glauben: ein Drittel der gesamten Schweizer Nutzenergie verbrauchen wir damit, die Raumwärme optimal zu halten – sei es mit Heizen, Kühlen oder Lüften. Wie viel Energie im einzel-nen Gebäude aufgewendet werden muss, um das optimale Raumklima zu erzeugen, das hängt im Wesentlichen von der Bauweise ab. Und hier liegt ein unglaublich hohes Potenzial, die Heizkosten zu senken, den Co2-Ausstoss zu mindern, die Energieeffizienz zu steigern.
Die Wärme einpacken
Die Schlüsselrolle spielt die Gebäudehülle. Vielerorts weicht die Wärme durch schlecht isolierte Fassaden, Fenster und Dächer – sogenannte Transmissionsverluste. Würde der Wärmeschutz lan-desweit verbessert, sparten wir mindestens die Hälfte des aktuellen Brennstoffbedarfs ein.
Studien im Auftrag des Bundesamtes für Energie zeigen, dass es wirtschaftlich ist, bei Erneue-rungen mehr in die Fassade zu investieren, als lediglich den Putz auszubessern und zu streichen. Das Anbringen von Fassaden- und Dachdämmungen bietet nicht nur die Möglichkeit, ein Gebäude architektonisch aufzuwerten, sondern hält vor allem die Wärme besser im Gebäudeinneren. Die Stärke der Dämmung spielt eine wesentliche Rolle – je dicker, desto weniger Heizkosten, heisst die einfache Formel. Die höheren Investitionskosten in den Wärmeschutz lassen sich in den meisten Fällen bereits mit den geringeren Heizkosten ausgleichen. Ausserdem kann bei besserer Gebäudehülle und Lüftung ein kleineres, kostengünstigeres Heizsystem gewählt werden. Wer zudem eine Wärmepumpe einsetzt, oder Heizsysteme mit Erdgas an Stelle einer konventionellen Ölheizung, reduziert seinen CO2 Ausstoss massiv.
Komfortabel lüften
Gute Noten erhalten Komfortlüftungen. Beim Lüften durch Fensteröffnen geht Heizwärme blitzartig verloren. Bei der Komfortlüftung bleiben die Fenster geschlossen. Den Luftaustausch übernimmt das Lüftungsgerät, welches die Aussenluft kontinuierlich einbringt – gefiltert, zugfrei und vorgewärmt durch ein Wärmerückgewinnungsgerät, das die Abluft des Gebäudes verwendet. Auf diese Weise schaffen Komfortlüftungen ein behagliches Raumklima und senken den Energiebedarf.
Wesentlich ist auch die Rolle der Fenster. Ein gutes Wärmeschutzfenster hat einen tiefen U-Wert – leitet also wenig Wärme nach aussen – und einen hohen g-Wert – lässt viel Wärmeenergie aus Sonneneinstrahlung ein. Verhindern von Zugluft und besserer Lärmschutz sind weitere Gründe, die alten Fenster zu ersetzen.
Auf den Punkt gebracht erfordert energieeffizientes Bauen zunächst höhere Investitionskosten, die sich aber durch geringere Heizkosten bezahlt machen. Der Wohnkomfort steigt beachtlich und dies nicht auf Kosten, sondern – ganz im Gegenteil – zu Gunsten der Umwelt.
