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Kleinwasserkraftwerk Herzogenmühle am Netz

Seit dem 11. Mai 2009 wird der Glattkanal wieder für die Energieproduktion genutzt. Das neue Kleinwasserkraftwerk wird jährlich rund 150 000 kWh Strom produzieren. Das ist zwar lediglich 0,1 Prozent des Walliseller Stromverbrauchs, doch beim Kleinwasserkraftwerk Herzogenmühle geht es um weit mehr als um Kilowattstunden und Ertrag.

Am 11. Mai 2009 wurde das Kleinwasserkraftwerk Herzogenmühle in Wallisellen in Betrieb gesetzt. Im Beisein von Regierungsrat Markus Kägi, Gemeindepräsident Otto Halter sowie Vertretern der in Gründung begriffenen Herzogenmühle Wasserkraft AG setzte sich das massgefertigte Wasserrad in Bewegung. «Öise Pfuus» ist ein wichtiges, konkretes Bekenntnis zur Walliseller Energiepolitik, die auf Nachhaltigkeit, und in diesem Zusammenhang, auch auf erneuerbare Energien setzt.

Volksfest zur Einweihung
Nur wenige Tage später, am Samstag, 23. Mai 2009, wurde beim neuen Kleinwasserkraftwerk ein – man möchte angesichts des omnipräsenten Elements Wasser fast sagen «rauschendes» – Volksfest gefeiert. Zahlreiche Interessierte aus Wallisellen und Umgebung sind unserer Einladung gefolgt und pilgerten zum einzigartigen Wasserrad. Anhand von Plakaten, Bilderpräsentationen und Erklärungen unserer Experten erfuhren die grossen und kleinen Besucherinnen und Besucher, wie «Öise Pfuus» aus der Wasserkraft der Glatt gewonnen wird. Ganz gemäss unserem Wunsch ermöglicht es das Kraftwerk an der Herzogenmühle, den Prozess der Gewinnung erneuerbarer Energie zu veranschaulichen.

» Bildgalerie vom Volksfest am 23. Mai
» Bildgalerie vom Eröffnungsevent am 11. Mai
» Sendung auf Televista 8304 vom Mai 2009
» Sendung auf Schweiz aktuell vom 13.05.2009

Revival nach 200 Jahren
Bereits vor rund 200 Jahren drehten sich schon einmal Wasserräder in der Walliseller Herzogenmühle. Damals um Spinnerei- und Zwirnmaschinen anzutreiben. Nach einer lang andauernden Stillegung wird der Glattkanal erneut für die Energieproduktion genutzt.

Möglich gemacht haben wir das gemeinsam mit dem Walliseller Bernhard Krismer vom gleichnamigen Schlossereibetrieb. Dazu haben wir zusammen die Herzogenmühle Wasserkraft AG gegründet, mit der wir den Bau realisiert haben und nun auch die Energie absetzen. Auf dem Gelände der Herzogenmühle werden täglich rund 410 kWh Strom produziert. Diese Menge reicht aus, um 25 bis 30 Haushalte mit elektrischer Energie zu versorgen. Markus Attiger, Geschäftsführer von die werke, ist sich sicher, mit dem neuen Kraftwerk eine wichtige Etappe im Rahmen der Walliseller Energiepolitik erreicht zu haben. «Wir werden der Nachhaltigkeit, und damit natürlich auch erneuerbaren Energien, künftig einen bedeutenden Platz innerhalb unserer Unternehmensstrategie einräumen und Massnahmen zur Umsetzung schrittweise, geplant und gezielt einleiten. So gesehen darf das Kleinwasserkraftwerk Herzogenmühle durchaus als erstes Etappenziel angesehen werden.» Wegen Bauarbeiten am Industriekanal, oben beim Zwicky-Areal, an der Grenze zu Dübendorf, wird das Wasserkraftwerk schon bald wieder pausieren müssen. Das gibt uns aber Zeit, dass wir in der Zwischenzeit die Kampagne und den Verkauf des neuen Herzogenmühle-Stroms vorbereiten können, sodass Interessierte voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres Stromprodukte aus der Herzogenmühle beziehen können.

Eindrückliche Dimensionen
Der Bau des Kleinwasserkraftwerks hat sich länger hingezogen, als ursprünglich geplant. Vor allem die Bewilligung des kantonalen Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) liess unerwartet lange auf sich warten. Doch in der Zwischenzeit ist diese eingetroffen und das rund sechs Tonnen schwere Wasserrad ist montiert. Sieben Mal pro Minute dreht sich das riesige Rad mit einem Durchmesser von über fünf Metern, einer Breite von 190 Zentimetern und 32 Schaufeln und verarbeitet dabei pro Minute nicht weniger als 60 Tonnen Wasser zu elektrischer Energie. Bernhard Krismer zur Entstehungsgeschichte: «Kleinwasserkraftwerke sind keine Massenware. Umso schwieriger ist es, kompetente Entwickler und Erbauer zu finden. Mit Fabio Guidi von der Motorsänger GmbH, Männedorf, haben wir einen solchen gefunden.»

Vom Labor zum Ernsteinsatz
Die erste Etappe zum Bau des Kleinwasserkraftwerkes Herzogenmühle fand nicht etwa vor Ort, sondern im Versuchslabor statt. Mittels Modellversuchen wurde die optimale Schaufelform ermittelt. Fabio Guidi dazu: «Nach unzähligen Tests und Anpassungen bin ich mir sicher, ein wirkungsstarkes Wasserrad entwickelt zu haben und damit den Grundstein für einen effizienten und verlässlichen ’Stromproduzenten’ gelegt zu haben.»

Sven Riederers Energiehaushalt
An der offiziellen Inbetriebsetzung ebenfalls mit von der Partie war der Walliseller Triathlet Sven Riederer. Direkt vom täglichen Training stiess er zur Festgemeinde. Für Riederer gehören Energiefragen zum «daily business». Sven Riederer: «Eigentlich ist in Sachen Energiehaushalt so ziemlich alles wichtig. Dennoch, genaueste Kenntnisse über die eigenen Leistungsgrenzen und über all das, was der Körper braucht und erträgt, sind unverzichtbar. Nur das erlaubt beim Training, vor allem natürlich aber im Wettkampf, ein kontrolliertes Ausreizen der Energiereserven.» Sagt’s und setzt zusammen mit Regierungsrat Markus Kägi das Kleinwasserkraftwerk Herzogenmühle in Betrieb.
  

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